Donnerstag, 20. November 2014

Leben ist...Veränderung { zum Thema Mobbing }

Hallo ihr Lieben,

Nanu!? Warum auf einmal so tiefgründig hier?

Wie ihr gemerkt habt, musste ich in letzter Zeit einiges im "Real-Life"...
sagen wir mal...erledigen.

Ich möchte auf ein "Tabu-Thema" zu Sprechen kommen: Mobbing.

Tabu-Thema deshalb,
weil erstens niemand gerne gemobbt werden möchte und zweitens die Leidensgeschichte der betroffenen Personen sich häufig schon sehr lange hinzieht.
Niemand spricht gerne darüber, dass er im Job (oder in anderen Lebensbereichen) ausgegrenzt oder schlecht behandelt wird.
Das soll sich -zumindest hier und heute- ändern.

Leider hat sich in den letzten Monaten die Situation auf meiner Teilzeitarbeitsstelle * richtiggehend zugespitzt.
Ich hätte das selbst nie für möglich gehalten, dass andere Menschen (speziell eine Person) mich dermaßen unter Druck setzen können.
Ich bin eine lebensfrohe, fröhliche Person, die positiv in den Tag startet und nach und nach habe ich mich immer mehr verändert...
Der gesamte Alltag leidet darunter-Familienleben, Beziehung usw.
Das Gedankenkarussell drehte sich plötzlich unaufhörlich....

Morgens gehe ich regelmäßig mit Bauchweh zur Arbeit, aus Angst, welche "Attacken" kommen heute wieder.
Es geht zu Beginn des Tages schon los:
Ich grüße freundlich und bekomme einfach keine Antwort.
Die Kolleginnen machen sich Kaffee. Ich bekomme natürlich keinen angeboten.
Ständige Kritik wegen Dingen, die ich teilweise nicht wissen kann (oder soll?), zB. weil ich am betreffenden Tag nicht da war...
Informationen werden mir vorenthalten, so dass ich vor dem Chef dumm da stehe...
Natürlich mache auch ich Fehler, wie jeder Mensch, ganz klar, ich arbeite dran und versuche, diese abzustellen.
Aber immer nur Negatives zu Hören, ist auf Dauer unendlich zermürbend.

Mein größtes "Problem" an der Sache ist:
Ich mag meinen Chef, arbeite gerne mit ihm zusammen.
Laut persönlichem Gespräch ist er durchaus mit mir und meiner Leistung zufrieden.
Dieser Punkt ist wohl der einzige, der bisher verhindert hat, dass ich das Handtuch werfe.

Als vor ein paar Wochen eine Freundin mich anrief, weil eine Kollegin überraschend schwanger geworden war, ob ich nicht ein neues Tätigkeitsfeld suche...lehnte ich direkt
und im Brustton der Überzeugung ab.
Ich bin absoluter Teamplayer und emotional immer schon sehr stark mit meinem Arbeitsplatz verbunden. Gekündigt habe ich noch nie!
"Nee, lass mal, das kann ich nicht machen, die brauchen mich doch".

Aber als die Situation auf der Arbeit sich einfach nicht besserte,
ich wieder anfing, dauernd schlapp und müde rumzuhängen und zu grübeln-
da meldete sich mein Bauchgefühl plötzlich und sagte:
Doch, du kannst.
Und du musst.

Und ich habe mich überwunden und meine Freundin zurückgerufen.

Langer Rede kurzer Sinn: ich habe die Reißleine gezogen.
Und beginne ab Januar 15 nochmal ganz neu an einem anderen Arbeitsplatz.

Auch mit meinem Chef habe ich bereits telefoniert und siehe da, er kennt die Problematik.
Jedoch sind ihm irgendwo die Hände gebunden, da ich lediglich als Teilzeitkraft tätig bin und die betreffende Kollegin mit einem großen Aufgabenfeld (ohne Kinder) ganztags.

Was ich aber eigentlich loswerden will:

-Wenn es euch irgendwo schlecht geht, sprecht offen darüber!
-Sucht den Kontakt mit Freunden und alten Arbeitskollegen und überlegt gemeinsam mit Partner oder Familie, was ihr an der belastenden Situation verändern könnt!
-Versucht die Aussprache mit der betreffenden Person (hat bei mir nur ganz kurzfristig etwas geändert)
-Traut euch zu kündigen und was Neues zu beginnen, auch wenn man nie weiß, wie das alles klappt, es ist einen Versuch wert!




Zum Weiterlesen


*aus Personen und Datenschutzgründen möchte ich nicht näher auf meine berufliche Tätigkeit eingehen.
Ich arbeite in einer Arztpraxis.


Zum Schluss würde mich noch interessieren:

seit auch ihr schon einmal Opfer von Mobbingattacken geworden?
Habt ihr weitere Tipps für Betroffene?


Bis bald, eure




Kommentare:

  1. Das tut mir leid, dass du diese Erfahrungen machen musstest und umso mehr freut es mich, dass du den Schritt gewagt hast. Du bist niemandem etwas schuldig und wenn es schon so weit ist, dass du mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehen musst, dann ist es genug.
    Ich wünsche dir einen tollen Start bei der neuen Stelle und dass du da glücklich wirst! :)

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  2. Hey,
    ich finde diesen Post einfach supergut und auch, dass du dieses Thema angesprochen hast...
    Es tut mir auch sehr leid, dass du selber betroffen bist, aber ich kann dir nur gratulieren, dass du die Reißleine gezogen hast...und ich ziehe den Hut vor dir. Grad weil du dich in der Praxis so wohl gefühlt hattest. Aber manchmal ist so ein Neuanfang das Richtige. Was mich noch interessieren würde, ob du mit der Kollegin, die dir das Ganze angetan hast, ein Gespräch gesucht hast.... Vielleicht magst du mir ja unter Ulrike.renemann@kabelmail.de schreiben. Ich bin / war betroffen, weil mein Chef derjenige war, der mich gemobbt hat. Und ich habe eigentlich sehr gerne dort gearbeitet. Ich habe dort auch erst aufgehört, als ich schwanger wurde....Ein Gespräch war z.B. mit meinem Chef nicht wirklich möglich, weil er noch dazu ein totaler Choleriker war!
    Ich würd mich freuen, wenn du mir schreiben würdest...
    Ulli

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    1. Danke liebe Ulli!

      Ich schreib dir gleich ein paar Zeilen,
      Herzlichst, Julia

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  3. Liebe Julia,
    gut, dass Du gehen konntest. Ich habe auch einmal in einer Praxis gearbeitet (als Praxisassistentin) und wurde von der Sprechstundenhilfe so gezielt beleidigt (nach meinem Urlaub waren alle meine Pflanzen vertrocknet, Begründung: Sie könne nicht in mein Behandlungszimmer gehen, weil es da so stinken würde) und behindert (Akten verstecken, Termine doppelt vergeben, Patienten während der Terminbesprechungen eintragen). Die Praxisinhaberin tat ganz lieb und fürsorglich, änderte aber nichts daran, obwohl ich es ansprach. Das geplante Jahr habe ich durchgehalten, für einen Hungerlohn von 600 Euro (die Betreuung für meine Kinder hat ein Vielfaches davon gekostet). Dann war die nötige Zeit vorbei und ich bin wortlos gegangen. Vielleicht würde ich mich heute von Anfang an wehren? Deine Ratschläge sind gut, manchmal muss man aber gehen. Viel Glück an der neuen Stelle, vielleicht findest Du ein klares Abschiedritual, um nicht zu viel von dieser Erfahrung mitzunehmen? Ausräuchern, alles aufschreiben und verbrennen... So etwas.
    Liebe Grüße
    Sarah

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  4. Hallo Julia, ich habe da gerade Deinen Spruch gelesen und dieser ist der Header für meinen Blog :-). Ja du hast recht damit, manchmal ist es Zeit für eine Veränderung. Man muss es merken und die Sache beim Schopf packen. Manchmal dauert es auch eine Weile, aber Augen zu und durch! Es kann nur anders und besser werden. Du kannst ja mal um die Ecke schauen :-). Wir starten da auch nochmal ein Projekt. Viele Grüße und eine gute Zeit. Nur das Beste bei dem neuen Job die Christin von Hof 9.

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